Vereinsgeschichte von 1970 bis 1979

(aufgeschrieben von Klaus Schmidt)

VORWORT

Klaus-Dieter Saß hatte mir einen dicken Aktenordner auf den Tisch gelegt.
„Du kommst auch drin vor."
Das hatte er gesagt, um mich neugierig zu machen.
Noch am selben Abend las ich den Ordner mit Protokollen und Zeitungsberichten über den TSV Doppeleiche Viöl von vorn bis hinten durch. Natürlich wollte ich wissen, wo ich vorkam und was da über mich stand. Und so kann ich heute mit Bestimmtheit sagen, dass meine erste Begegnung mit dem TSV am 27.August 1967 stattfand. An jenem Tag - sagt der Aktenordner - fand, wie jedes Jahr, das große Sommersportfest des TSV in Muschen statt. Ich, gerade als Lehrer neu nach Viöl gekommen, hatte nach jahrelanger Trainings- und Wettkampfpause zum erstenmal wieder Handball gespielt und in der Hitze des Gefechts und des Sommers wohl zwei, drei Liter Flüssigkeit abgeschwitzt. Diese Flüssigkeit musste dem Körper noch am selben Tage wieder zugeführt werden. Das geschah unter ärztlicher Aufsicht des damaligen 1. Vorsitzenden Dr. Gerhard Krieger in Form von Kornbowle auf dem Sportlerball bei „Hansches". Ob wir damals auf einen Sieg im Pokalturnier tranken oder eine Niederlage im Alkohol ertränkten, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass Doc Krieger so lange Prost sagte, bis ich nicht mehr unterscheiden konnte, ob ich vom Handball oder vom Korn so kaputt war. Aber ich hatte eine Lektion gelernt: In Viöl gehört zum Handball die Geselligkeit. Man braucht ja auch nur drei Buchstaben zu vertauschen, und aus S-P-O-R-T wird P-R-O-S-T.
Zu Risiken und Nebenwirkungen der Kornbowle hatten wir Doc Krieger nicht befragt. Der Umstand aber, dass ich meinen ersten Viöler Hoorbüdel ohne erkennbare Schäden überstand, schien mich für eine weitere Tätigkeit im TSV zu qualifizieren. Glaubt man den Protokollen, dann nahm ich am 22. Februar 68 zum erstenmal an einer Vorstandssitzung teil; ein Jahr später (am 12. Februar 69) wurde ich zum Gerätewart gewählt und wieder ein Jahr später (am 9. Februar 70) zum Jugendwart und Handballobmann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ich merken müssen, dass mein Aufstieg an die Spitze der Vereinsfunktionäre nicht mehr aufzuhalten war. Und wirklich: Am 12. März 72 wählte mich die Mitgliederversammlung als Nachfolger von Erich Wobser zum 1. Vorsitzenden des TSV Doppeleiche. Warum? Soviel steht fest: Einen anderen Dummen hatte man nicht finden können.
Wenn ich nun aus der höheren (?) Sicht eines ehemaligen Vorsitzenden aufschreibe, was in den 70er Jahren wichtig war, so nur mit dem Vorbehalt „ohne Gewähr". Wenn ich bestimmte Ereignisse und die handelnden Personen erwähne, andere Ereignisse und die daran Beteiligten aber nicht nenne, so heißt das keineswegs, dass nicht beschriebene Geschehnisse und nicht genannte Personen etwa unwichtig und nicht erwähnenswert wären. Und ebenso: Ein anderer Schreiber kann das von mir Berichtete für belanglos und unwichtig halten. Genannte Namen wie ungenannte, Erwähntes wie Weggelassenes, alles ist subjektiv und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar die reine Wahrheit. Könnten wir nicht in klugen Büchern und in alten Protokollen nachlesen, was damals in der großen Welt des Sports auf dieser Erde und in der kleinen Welt des Sports in Viöl geschah - wer würde sich denn überhaupt noch genau an das erinnern können, was vor 20 oder 30 Jahren war? Schließlich: Auch der Schreiber kennt das Sprichwort: „Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die keiner kann."

1970

Alle Welt spricht von Eddy Merckx, der zum zweitenmal die Tour de France gewinnt. Wer vom Sport in Viöl spricht, muss einen anderen Namen nennen: Erich Wobser. Sein Name steht an erster Stelle. Er war nicht nur über 30 Jahre Bürgermeister von Viöl; er hat auch dem Sport gedient. Ob als Mitbegründer des neuen TSV Viöl nach dem 2. Weltkrieg oder später als Vorsitzender des Kreishandballverbandes Husum - Eiderstedt; ob als Vorsitzender des TSV Doppeleiche oder als Vorsitzender des Kreissportverbandes Nordfriesland; ob als Betreuer einer Knabenmannschaft, als Handballschiedsrichter, als Leichtathletikkampfrichter, als Mitglied von unzähligen Festausschüssen oder in einer sonstigen Funktion: Erich Wobser war sich einerseits für kein niederes Amt zu schade und genoss andererseits das Vertrauen der Sportler auch für höchste Ämter, in die man ihn wählte und die er so gut führte, dass nach Ablauf einer Amtszeit stets nur „Wiederwahl!" vorgeschlagen werden konnte. Etliche solcher Ämter in Vereinen und Verbänden hatte Erich Wobser über viele Jahre gleichzeitig inne. Als die Gemeinde Viöl ihn anlässlich seines fünfundzwanzigjährigen Bürgermeisterjubiläums mit einem Empfang ehrte, begann der damalige Amtsvorsteher Wilhelm Gehrckens seine Laudatio auf den CDU-Bürgermeister Wobser mit den Worten: „Lewe Erich! Oppe Wech nah Viöl heff ik ümmer överleggt: In welke Vereen büs Du enli nich? Un dor full mi in: Du büs nich inne SPD." In seiner Doppelfunktion als Bürgermeister und TSV-Vorsitzender konnte Erich Wobser auf der Mitgliederversammlung des TSV Doppeleiche Viöl am 9. Februar 1970 feststellen, „dass auch im vergangenen Jahr 1969 das sportliche Leben in Viöl mit an erster Stelle geherrscht hat"1. Das Sommersportfest war „eine regelrechte Attraktion, es waren Teilnehmer von Heide bis zur dänischen Grenze anwesend."1 Für die Handballabteilung konnte Obmann Hebbi Dethlefsen viel Erfreuliches berichten, u.a. hatte die 1. Männermannschaft im Feldhandball der Bezirksklasse (!) den ersten Platz belegt und die Jungmannen waren Kreismeister geworden. „Nach seinem Bericht kam aus der Versammlung die Meinung, dass die Handballabteilung fast olympiaverdächtig sei."1

1 Protokoll der Mitgliederversammlung vom 9. Februar 1970

1971

In der Nacht vom 8. zum 9. März flimmert in vielen Viöler Häusern wie überall in Deutschland der Fernseher. Im „Kampf des Jahrhunderts" geht Muhammed Ali gegen Joe Frazier in der 13. Runde k.o.
K.o. geht gewissermaßen auch die Landjugendgruppe Viöl, die per 31.12.1970 „aus zwingenden Gründen"1 aus dem Landjugendverband ausgetreten ist, ab 1.1.1971 als „Jugendtanzkreis im TSV Doppeleiche Viöl" den Versicherungsschutz des Landessportverbandes genießt und als neue Sparte (neben Handball, Faustball, Leichtathletik, Turnen/Gymnastik) für eine Belebung der sportlichen Aktivitäten im TSV Doppeleiche sorgt. „Im Jahr 1971 hat die Gruppe auf 26 verschiedenen Veranstaltungen insgesamt 211 Tänze gezeigt."2
Unter der bewährten Leitung von Karl Nicolaysen („Rallye-Kalli") veranstaltet der TSV im Frühjahr und im Herbst zwei Rallyes. „Beide Veranstaltungen waren gut besucht."3
Helmut Pfrötzschner hat sich durch seine jahrelange treue Arbeit als Leichtathletikobmann verdient gemacht. Sein Schwerpunkt war das Deutsche Sportabzeichen. Die Akten nennen nicht für jedes Jahr die genauen Zahlen; aber es dürften Hunderte von Sportabzeichen sein, für die Helmut Pfrötzschner mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen trainiert hat. Manch einer wird nie vergessen, dass Helmut Pfrötzschner für die Ausdauerprüfung mit dem Fahrrad (z.B. für Frauen 20 km in 60 Minuten) die Landesstraße 28 vom Ortsausgang Viöl bis zur Treenebrücke hinter den Silos von Sollbrück ausgesucht hatte. Auf der ersten Hälfte Richtung Sollbrück hatte man immer Rückenwind (10 km in 23 Minuten!) - aber dann: 10 km gegen den Wind zurück nach Viöl! Spätestens in Behrendorf wollte man tot vom Rad fallen. Aber Helmut Pfrötzschner, der die Radfahrer im Auto begleitete und immer ein Stück voranfuhr, versprach immer wieder: „Das schaffst du!" Und wenn man tatsächlich nach 59 Minuten und 55 Sekunden am Ortsschild Viöl ins Gras fiel, dann war man geschafft - aber „es" war geschafft, das Sportabzeichen.

1 Vorstandsprotokoll vom 7.1.71    2 Jahresbericht des Jugendtanzkreises v. 1971    3 Jahresprotokoll über Veranstaltungen 1971

1972

Wer erinnert sich nicht? Olympische Spiele in München und Kiel. Zwar hat kein Viöler sich für einen sportlichen Wettkampf um Medaillen qualifizieren können; dennoch nimmt eine Gruppe des TSV Doppeleiche an den Olympischen Spielen teil: Am 1. September tanzt der Jugendtanzkreis im Rahmen von Vorführungen im olympischen Segelzentrum in Schilksee und am 3. September im olympischen Jugendlager in Kiel/Falkenstein.

 
K. Schmidt

K. Schmidt 

Eine beinahe olympisch zu nennende Aufgabe übernehme ich am 10. März 72 im TSV Doppeleiche, nämlich das Amt des 1. Vorsitzenden als Nachfolger von Erich Wobser. Die Stiefel, die Erich Wobser und vor ihm Dr. Gerhard Krieger getragen hatten, waren mehrere Nummern zu groß für mich. Wie konnte ich nur so dumm und anmaßend sein, in deren große Fußstapfen zu treten? „Ich habe dieses Amt trotz schwerster Bedenken angenommen und bin gar nicht froh über meine Wahl." So jedenfalls zitierte mich Hans Carstensen in den Husumer Nachrichten Nr. 65/1972. Wenn auch nicht immer alles stimmt, was in der Zeitung steht, hier hatte „Hans Mapp" Recht. Der TSV hatte nach dem 2. Weltkrieg in Erich Wobser und Dr. Gerhard Krieger zwei Vorsitzende, die - über den Sport hinaus - durch ihr jahrzehntelanges Engagement für das allgemeine Wohl zu Vorbildern für praktizierten Bürgersinn wurden. Auch nur in einem der vielen von Gerhard Krieger und Erich Wobser geführten Ämter ihre Nachfolge anzutreten, konnte ich nur wagen, weil ich vom Funktionieren eines Vereins dieselbe Auffassung hatte (und noch habe) wie vom Funktionieren der Kirche: Kirche und Sportverein sind so lebendig wie ihre Mitglieder. Der Vereinsvorstand - und besonders der 1. Vorsitzende - kann und soll die Aktivitäten der Mitglieder lenken und leiten; ihre Fähigkeiten und ihre Bereitschaft zur Mitarbeit fordern und fördern; Fehlleistungen erkennen und in fairer Weise benennen; Erfolge anerkennen und in geeigneter Form belohnen und die weniger Erfolgreichen zu neidlosem Nacheifern ermutigen. Wenn zu viele sich nur ans Ende der Schlange stellen wollen, wo ein anderer den Kopf der Schlange bildet und dann den Kopf auch mal hinhalten muss, während man hinten noch rechtzeitig abspringen kann; wenn zu viele zwar pünktlich ihren Beitrag bezahlen, im übrigen aber die anderen machen lassen und verantwortlich machen, wenn's mal schiefgeht (Motto der Besserwisser: „Das hab ich doch gleich gewußt."); wenn zu viele zu wenige und immer dieselben machen lassen (Motto auf der Mitgliederversammlung: „Wiederwahl!") - dann kann der beste Vorstand keinen guten Verein haben.
Hatte das olympische Feuer 1972 im TSV Doppeleiche neue, vielfältige Begeisterung entfachen können?

1973

Die Fußballprofis aus Braunschweig machten als erste Trikotwerbung und liefen als „Eintracht Jägermeister" auf. Was damals die Gemüter erregte und die Sportler in zwei Lager teilte (Sport ohne Kommerz kontra Werbung für den Sport durch den Sport), wurde später legalisiert und ist heute gang und gäbe - ob in der Bundesliga „Opel" Bayern gegen „Alka Seltzer" Leverkusen spielt oder in der Kreisliga „Allianz" Viöl gegen „Sporthaus Husum" Löwenstedt.
Im ersten nacholympischen Jahr stand ein besonderes, ein einmaliges Ereignis an: Der TSV Doppeleiche feierte sein 50jähriges Bestehen mit einer Reihe von Jubiläumsveranstaltungen. Die Vorbereitung und Durchführung dieses Jubiläums wurde mir leicht gemacht durch meine Mitstreiter im Vorstand und in den Sparten Hans „Nico" Nicolaysen, Otto Schmidt („Otto Rechtsanwalt"), Herbert „Hebbi" Dethlefsen, Herbert Carstensen („Hebbi Bahnhof"), Truels „Bruder" Hansen, Helmut Pfrötzschner, Klaus-Heinrich Deckmann („Hein Tüdel"), Karl Nicolaysen („Rally-Kalli"), durch die Motoren des Jugendtanzkreises (Helle und Rainer Horst und Ilse Krieger) und nicht zuletzt durch Gerhard Krieger und Erich Wobser, meine beiden großen Vorgänger im Amt. Alle übernahmen damals vielfältige Aufgaben, die sie sorgfältig und termingerecht erfüllten. Alle ließen ihre Erfahrungen und Beziehungen dem TSV Doppeleiche zugute kommen und halfen so mit, dass der TSV Doppeleiche sich fünfzig Jahre nach seiner Gründung als lebendiger Verein der Öffentlichkeit zeigen konnte.
Über die einzelnen Veranstaltungen wurde in der regionalen Presse ausführlich berichtet, wie man in den der Festschrift beigefügten Zeitungsausschnitten lesen kann und was darum an dieser Stelle nicht im einzelnen wiederholt werden muss. Es sei mir erlaubt zu sagen, dass es für mich ein bewegender Augenblick war, als ich „unserem" Erich Wobser für seine Verdienste um den Verein die erste goldene Ehrennadel des TSV Doppeleiche Viöl anheften durfte. Und auch mit Hebbi Dethlefsen, der damals die silberne Ehrennadel empfing, verbinden mich viele gute Erinnerungen an gemeinsame Handballzeiten. Nicht ohne Stolz erwähne ich schließlich, dass im Jubiläumsjahr auch ein aktiver Sportler für seine besonderen Leistungen ausgezeichnet wurde. Harald Schmidt (Jahrgang 59, damals also 14 Jahre alt) erhielt die grüne Ehrennadel für seine Erfolge in der Leichtathletik. Harald war in der Schülerklasse in seiner Spezialdisziplin Kugelstoßen in der Halle und im Freien Landesmeister geworden und hatte sich für die Deutschen Schülermeisterschaften qualifiziert, zu denen ich ihn nach Koblenz begleitete. Unter den jungen Kraftprotzen aus ganz Deutschland, denen gegenüber Harald, der wahrlich kein Leichtgewicht war, fast schmächtig wirkte, erkämpfte er sich den 12. Platz, den er dann auch in der Jahresbestenliste des Deutschen Leichtathletikverbandes 1973 belegte. Bei unseren vielen gemeinsamen Starts wurde ich gelegentlich gefragt, ob Harald mein Sohn sei; das musste ich verneinen, denn ich war ja nur sein Lehrer und Trainer.
Zur begeisterungsfähigen Gruppe junger Leichtathleten, deren Training und Betreuung ich 1972 übernommen hatte und die 1973 vierzehn Kreismeistertitel errang und fünfmal in der Landesbestenliste genannt wurde, gehörten auch die Joldelunder Zwillingsbrüder Heinz und Willi Brummund (Jahrgang 60). Ich konnte nie entscheiden, ob gerade Heinz oder Willi vor mir stand - es sei denn, sie trugen ihre Spikes. Ich hatte mir nämlich gemerkt: Heinz trug die Marke PUMA, Willi dagegen ADIDAS. Oder umgekehrt? Ich weiß es heute nicht mehr; aber es erfüllt mich mit großer Freude, dass Heinz und Willi auch später erfolgreiche Sportler waren; dass Willi, was ihm als Schüler nicht vergönnt war, als Jungsenior im Sprint mehrfacher Landesmeister und sogar Norddeutscher Meister geworden ist und dass sich seit einigen Jahren wieder eine junge Leichtathletikgruppe um Willi Brummund schart, denen er Vorbild ist und die sich von ihm begeistern lassen.

1974

Zu dieser Zeit gab es im TSV Doppeleiche noch keine Fußballabteilung. Dennoch bejubelte man natürlich auch in Viöl den 2:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft im Endspiel der Weltmeisterschaft gegen Holland.
Der Jubel darüber und über das eigene 50jährige Bestehen wich aber relativ schnell nüchterner Überlegung, wie es im Sport in Viöl weitergehen sollte. Heinz Elendt (Erich Wobsers Schwiegersohn) begann seinen Bericht in den Husumer Nachrichten über unsere Mitgliederversammlung mit drei Fragen, denen Vorstand und Mitglieder des TSV Doppeleiche sich zu stellen hatten: „Besitzt der Sporthallenbau auf dem Gelände der Schule... genügend Aufforderungscharakter, den gesamten Sport im Viöler Raum zu konzentrieren? Wird die entstehende Halle den Stein zu einer großen Sportgemeinschaft ins Rollen bringen? Wird aus etlichen kleinen Vereinen in Viöl ein ländlicher Großsportverein entstehen, der dem modernen Bürger ein differenziertes Sportangebot unterbreiten kann, das in vielschichtiger Weise sowohl den Breiten- als auch den Spitzensport berücksichtigt?"
Wir wissen heute, dass die Schaffung eines solchen „Sportzentrums Viöl", analog zum Sportzentrum Ohrstedt, nicht gelang. Es gab zwar in diesem und in den folgenden Jahren verschiedene Gespräche mit dem TSV Haselund und dem TSV Blau Weiß Löwenstedt; allein die Vorbehalte der Nachbarvereine, insbesondere die Befürchtung, von Viöl einfach „geschluckt" zu werden, waren so groß, dass das Selbständigbleiben der Vereine zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Frage stand, zumal kein Zweifel bestand daran, dass der Schulverband als Bauträger und die Schule als Hausherrin der für das Jahr 1975 endlich fertiggestellten Großsporthalle bei der Überlassung der Halle für den außerschulischen Sport die Belange aller Sportvereine im Bereich des Schulverbandes zu berücksichtigen hätte. Welche Sparte aus welchem Verein erhält an welchem Tag zu welcher Uhrzeit wie viel Drittel der Halle? Die Beantwortung dieser Frage in Gestalt des jährlichen Hallennutzungsplans bedurfte von Anfang an der gemeinsamen Anstrengung und Kompromissbereitschaft aller beteiligten Vereine und innerhalb der Vereine der einzelnen Sparten.
Dass die Handballer des TSV Doppeleiche durch die Möglichkeit, endlich in eigener Halle zu spielen, sich einen Aufschwung erhofften, stand außer Frage. Ob diese Hoffnung sich erfüllte, steht auf einem anderen Blatt.

1975

Alle Freunde des Pferdesports in Deutschland feiern den 30. Geburtstag von Halla, der Wunderstute, die den verletzten H.G. Winkler 1956 in Stockholm zum olympischen Gold getragen hatte.
Alle Freunde des Volkstanzes in Nordfriesland feiern den 25. Geburtstag des Jugendtanzkreises im TSV Doppeleiche Viöl. Nach seiner Aufnahme in den TSV Doppeleiche Anfang 1971 ist der Tanzkreis wohl die aktivste Sparte des Vereins, in jedem Fall die Abteilung mit der größten Beachtung durch die Öffentlichkeit. Überall wo die Tänzer und Tänzerinnen auftreten, werden ihre Vorführungen mit großem Beifall bedacht, und nebenbei sind sie die beste Werbung für Viöl, das „Ferienland bi de Waterkant".
Dass aber nicht Werbung für den Tourismus Wille und Ziel der Aktivität des Jugendtanzkreises waren, sondern - neben der eigenen Freude an Musik und Tanz - die Begegnung mit Menschen anderer Herkunft und anderer Nationalität im Sinne der Völkerverständigung, daran hat Ilse Krieger, die Erfinderin, Initiatorin, Planerin, Organisatorin, Förderin, Leiterin und Macherin unzähliger internationaler Jugendbegegnungen, immer wieder erinnert und die jungen Menschen gemahnt: „Lernt euch kennen, werdet Freunde, haltet Frieden."
Nach Begegnungen mit Jugendgruppen in bzw. aus Dänemark, Schweden, Österreich, Italien, Frankreich, Polen und Rumänien waren die Begegnungen mit jungen Menschen aus Japan im Jahr 1975 sicherlich Sternstunden für Ilse Krieger und ihre Weggefährten. Im Rahmen des deutsch-japanischen Jugendaustausches betreuten die Viöler vom 23. August bis zum 6. September zunächst ihre japanischen Gäste (überwiegend Studenten) und reisten dann selbst vom 3. bis 25. Oktober mit einer Gruppe von 16 Teilnehmern unter der Leitung von Helmuth Ritz ins Land der aufgehenden Sonne.

1976

Vier Jahre nach dem Gold von Ulrike Meyfarth (1,92 m hoch) holt Annegret Richter über 100 m eine Goldmedaille für die deutschen Leichtathleten (11,08 sec schnell!) in Montreal, wo die Jugend der Welt sich wieder zu Olympischen Spielen versammelt hatte.
Aber was heißt „Jugend der Welt"? Dazu gehört auch die Jugend von Viöl. Kein Viöler hat sich für die Olympischen Spiele qualifiziert; das ist nicht negativ zu bewerten. Zu denken gibt aber die Tatsache, dass weder die Olympischen Spiele im eigenen Land (1972 in München und Kiel) noch die Fertigstellung der so lange entbehrten Großsporthalle die sportlichen Aktivitäten und Erfolge des TSV Doppeleiche in dem Maße verstärkt haben, wie viele erhofft hatten. Zwar hat alles Neue seinen Reiz, so auch die neue Halle - aber was kommt danach? Lassen wir Peter Thomsen sprechen, den Wanderturnlehrer aus Bredstedt, der die Viöler
 
Helmuth Ritz

 H. Ritz

Turnabteilung über viele Jahre betreut hat. Er schreibt in seinem Jahresbericht am 2. Februar 1976: „Viel Erfreuliches ist nicht zu berichten, denn die Teilnahme am Turnbetrieb war sehr schwach. Gut 500 Teilnehmer an 35 Turntagen sind zu wenig. Da konnte man den Mut sinken lassen..." Und am 28. Februar 1977 schreibt „Turnvater Thomsen": „Zur Zeit habe ich in meinem Riegenbuch rund 70 Teilnehmer eingetragen. Vor einem Jahr, nach Fertigstellung der Großturnhalle, waren es weit über 100. Aber die Erfahrung hat gelehrt, dass es ein Strohfeuer ist und sich die Spreu vom Weizen trennt." Auf der Jahreshauptversammlung am 3. März 1977 wird für das Jahr 1976 u.a. berichtet: „Bedenklich... die Trainermisere für verschiedene Sparten." „In der Sparte Handball (Sorgenkind des Vereins) konnte nur wenig Positives gemeldet werden... Auch hier fehlt es am Trainer." „Leichtathletik: Die Sparte hat zur Zeit keine Aktiven."
Weil es mich selbst betrifft, und zwar als negatives Beispiel dafür, wie mit der Einsatzbereitschaft und -fähigkeit (!) alles steht und fällt, darf ich die Leichtathletiksparte herausgreifen. Ich war für die Sparte seit 1972 als Obmann, Trainer und Betreuer verantwortlich und durfte mir so auch den erkämpften Lorbeer an den Hut stecken.

Aber schon in der Saison 1976 konnte ich kein Leichtathletiktraining mehr machen aus gesundheitlichen Gründen, die mich auch bewogen, das Amt des 1. Vorsitzenden nach nur 4 Jahren an Helmuth Ritz abzugeben, und die mich später zur Aufgabe sämtlicher sportlicher Aktivitäten zwangen. Ich blieb zwar noch bis Ende 1976 Leichtathletikobmann, konnte aber unsere Jungen und Mädchen nicht mehr trainieren, und ohne Fleiß kein' Preis. Ohne Training blieben die Erfolge aus; ohne Erfolge blieb der Spaß auf der Strecke, und ohne Spaß kam keiner mehr zur Leichtathletik.

1977

Man erinnert sich: Im Alter von 80 Jahren stirbt der frühere Fußballbundestrainer, der berühmte Sepp Herberger.
Der von mir schon erwähnte Peter Thomsen wurde in diesem Jahr erst „70" und war natürlich nicht so bekannt wie Sepp Herberger. Aber von allen, die ihn kannten, wurde er mindestens so verehrt, wie sein berühmter Kollege. Im November 1952 - so ist den Unterlagen zu entnehmen - war Peter Thomsen als Wanderturnlehrer vom damaligen Kreissportverband Husum - Eiderstedt angestellt worden und betreute 25 Jahre lang die Vereine Bredstedt, Langenhorn, Ohrstedt und Viöl. Jetzt, nach Vollendung seines 70. Lebensjahres, wurde Peter Thomsen mit höchsten Ehren aus dem Dienst entlassen: Erich Wobser als Vorsitzender des Kreissportverbandes Nordfriesland verlieh ihm die goldene Ehrennadel des KSV, und Dieter Weidt als Vorsitzender des Kreisturnverbandes überreichte ihm den Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes. Auch der TSV Doppeleiche ehrte Peter Thomsen zum Abschied durch Verleihung der goldenen Ehrennadel. Dazu schrieb der Jubilar in einem Brief an den Vorstand vom 28. Februar 1977: „Für die kleine Feierstunde im Kreise der Kinder bin ich Ihnen dankbar. Beim Tragen der überreichten 'Goldenen Ehrennadel' werde ich stolz und dankbar an den TSV Viöl denken. Ich wünsche Ihrem Verein alles Gute, nach dem Motto in der alten Turnhalle: 'Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit.'!" Recht hat er, der alte Turnvater Jahn bzw. Thomsen.
Übrigens: 1966 lautete der Schlusssatz des Zeitungsberichts über die Jahreshauptversammlung des TSV Doppeleiche kurz und bündig: „Die Gründung einer Fußballmannschaft wurde abgelehnt."1 Elf Jahre später befindet der Vorstand: „Die Entwicklung Fußball im Verein muss erst mal abgewartet werden."2 Sechs Wochen später wird Sönke Schmidt und Dieter Matthiesen, den beiden Initiatoren für die Gründung einer Fußballsparte, „vom Vorstand... klargemacht, generell sei nichts dagegen einzuwenden", nur „dürfen diese Spieler nicht gleichzeitig Handball spielen".3 Einen Monat später befasst sich der Vorstand schon mit Einzelheiten des Fußballtrainings in der Sporthalle und stellt u.a. fest: „Voraussetzung für den Trainingsbeginn der Fußballer ist, jeder Spieler muss Mitglied im Verein sein."4 Ein Vierteljahr später - und damit sind wir schon im Jahr
1 Husumer Nachrichten vom 24.3.66    2 Protokoll vom 31.7.77    3 Protokoll vom 12.9.77 4 Protokoll vom 10.10.77

1978

- nimmt Sönke Schmidt an einer Sitzung des Festausschusses teil, der das 5. internationale Jugendtreffen in Viöl vorbereitete. Sönke Schmidt „schlägt vor, für die Abteilung Fußball (!) Werbung auf dem Sportplatz zu machen".1 Auf der Mitgliederversammlung am 14. Februar 1978 wird bereits der Bericht des Fußballobmanns Sönke Schmidt gehört. „In der Aussprache meldeten einige Mitglieder Bedenken gegen die Gründung der Fußballabteilung an. Sie meinten, man müsse zwischen Handball und Fußball wählen."2 Aber der Fußball hatte sich endgültig im TSV Doppeleiche etabliert.
Die Mitgliederzahl entwickelte sich positiv. Der wiedergewählte 1. Vorsitzende Helmuth Ritz konnte sagen: „Durch das Einsetzen neuer Übungsleiter in einigen Sparten konnte eine starke Belebung festgestellt werden... Mit 390 (Mitgliedern) wurde fast eine neue Schallgrenze erreicht."3
Höhepunkt des Jahres 1978 war die Festwoche aus Anlas des 5. internationalen Jugendtreffens in Viöl vom 27. April bis zum 1. Mai. Als erste Gemeinde Nordfrieslands erhielt die Gemeinde Viöl die Europa-Fahne überreicht. Helmut Sethe, Vorsitzender der Europa-Union, und sein Vorstandskollege Hans-Hermann Petersen „rollten die grüne Fahne mit dem weißen E aus und überreichten sie Bürgermeister Wobser unter ausdrücklicher Erwähnung der Familie Krieger und Helmuth Ritz... um Dank abzustatten, Dank, der längst fällig war."4
Der TSV Doppeleiche erhielt den „Ehrenschild des Landessportverbandes", eine Auszeichnung, die nach einem Brief des Vorsitzenden des Kreissportverbandes (Erich Wobser) an den Landessportverband vom 13. Februar 1978 schon 1973 anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des TSV Doppeleiche „beantragt", seinerzeit aber nur mit einem „Grußschreiben" beantwortet worden war. Diesmal hatte der Landessportverband unter dem Datum vom 25. April 1978, also „nur" zweieinhalb Monate nach Wobsers Erinnerungsschreiben und „nur" fünf Jahre nach der Antragstellung rechtzeitig zum Beginn der Festwoche am 29. April die Urkunde und „in getrennter Post den Ehrenschild für den TSV Doppeleiche Viöl e.V." auf den Weg gebracht. Auch der TSV hatte Anlass zur Ehrung verdienter Mitglieder: „Für langjährige Treue und hervorragende Arbeit im Verein" 5 erhielten Ilse Krieger die goldene und Otto Schmidt sowie „Tanzmeister" Helle Horst die silberne Ehrennadel.
1 Protokoll vom 16.1.78    2 Husumer Nachrichten vom 21.2.78    3 Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 17.2.78
4 Hans Carstensen in den Husumer Nachrichten vom 1. Mai 1978    5 So das Protokoll des Festausschusses vom 4.12.78

1979

Der Handball befindet sich im Aufwind. Jedenfalls gewinnt der VfL Gummersbach in Dortmund den Europapokal durch ein 15:11 im Endspiel gegen Magdeburg.
Und in Viöl? Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 13. Februar 79 lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Pkt. 6e Handball. Hier wird es bedenklich. Ohne Trainer und Betreuer kann es hier nicht vorangehen. Pape als Obmann überfordert. Er lehnt es ab, weiterhin Trainer, Obmann und Betreuer zu sein. Bedenklich auch die Rivalität zwischen Handball und Fußball. - Handballdorf Viöl am Ende?"
So hart und unerbittlich lautet die Frage im Protokoll. Dabei ist nicht ersichtlich, ob der damalige Schriftführer Hans-Friedrich „Fiete" Wohlert hier selbst formuliert oder einen Diskussionsbeitrag zitiert hat - gleichviel: Die Situation war ernst; jedenfalls für die Handballer.

In demselben Maß, in dem es mit den Handballern abwärts ging, strebte die junge Fußballsparte aufwärts. Die Protokolle belegen, dass schon im zweiten Jahr seit Gründung der Abteilung außer der Männermannschaft vier Jugendmannschaften mit 72 Jugendlichen trainierten und spielten. Die Fußballer reisten auch mit einer Gruppe von 25 Personen zu einer internationalen Begegnung mit der österreichischen Landjugend Mautern in die Steiermark und trafen dort mit der Viöler Feuerwehrkapelle zusammen, die sich auf einer der legendären „Ilse-Reisen" nach Österreich und Südtirol befand.
Die Jahresberichte der Sparten, die auf Initiative des 1. Vorsitzenden Helmuth Ritz für das Jahr 1979 von den Obleuten für die Mitgliederversammlung am 10.1.80 zum erstenmal schriftlich vorgelegt wurden, belegen - bei aller Traurigkeit über die schlechte Situation der Handballer -, dass im TSV Doppeleiche reges sportliches Leben herrschte. Der „Bericht des Vorstandes für das Jahr 1979" legt Rechenschaft ab davon, dass auch der Vorstand mit Helmuth Ritz an der Spitze engagiert gearbeitet und viel bewegt hat. Dennoch steht die Vereinsführung vor einem Umbruch. Im Jahresbericht des Vorstandes wird bestätigt, was schon auf einer Vorstandssitzung am 22. Oktober 79 protokolliert worden war: „Zur Wahl stehen der 1. Vorsitzende (Helmuth Ritz) und der Schriftführer (H.-F. Wohlert). Beide erklären, dass sie sich nicht wieder zur Wahl stellen. Der 2. Vorsitzende (Hebbi Dethlefsen) und der Kassenwart (Otto Schmidt) treten aus persönlichen Gründen zurück. Es muss also ein neuer Vorstand gewählt werden."
Mutmaßungen über die Gründe für den Rücktritt von vier Vorstandsmitgliedern mögen andere anstellen. Ich möchte mich hier auf den Hinweis beschränken, dass Erich Wobser und Dr. Gerhard Krieger ihre Amtszeit als Vorsitzende des TSV Doppeleiche in der Maßeinheit „Jahrzehnt" messen durften, während Helmuth Ritz und ich gerade mal jeder vier Jahre durchhielten. Im Bild gesprochen: Gerhard Krieger und Erich Wobser regierten den TSV Doppeleiche mit ihrer jeweiligen Hausmacht wie Könige oder Kaiser. Ich fühlte mich eher wie ein auf Zeit gewählter Verwalter. In der deutschen Geschichte gab es im 13. Jahrhundert die Zeit des Interregnums („Zwischen-Regierung"), als es keinen Kaiser gab. Erst mit der Wahl Rudolfs von Habsburg war diese Epoche beendet, von der Schiller in einer Ballade sagt: „Denn geendigt nach langem verderblichem Streit war die kaiserlose, die schreckliche Zeit." Nach Erich dem Großen und Gerhard dem Weisen und der zwischenzeitlichen Verwaltung des Reiches durch zwei Schulmeister war 1980 im TSV Doppeleiche die Zeit gekommen für die Wahl eines neuen Kaisers.

Nachwort

Waren die 70er für den TSV Doppeleiche gute Jahre?
Statistiker beweisen anhand von Zahlen alles und würden eine steile Aufwärtskurve zeichnen. Die Zahl der Mitglieder hat sich in den zehn Jahren von 1970 bis 1980 von 175 auf 503 fast verdreifacht; die Zahl der Sparten (1970: Handball, Faustball, Leichtathletik, Turnen/Gymnastik, Tischtennis) wuchs von sechs auf acht (Tischtennis als Sparte hörte 1971 auf; hinzu kamen 1971 der Jugendtanzkreis, 1974/75 Badminton, 1977/78 Fußball). Aber Quantität ist eine Sache, Qualität eine andere.
Woran will man die Qualität eines Sportvereins messen? An der Zahl der aktiven Sportler? An der Zahl der zu Punktspielen gemeldeten Mannschaften? An der Zahl der Veranstaltungen? An der Zahl der im Vereinslokal ausgestellten und aufgehängten Urkunden und Pokale? Je mehr, desto besser? Nein. Die Güte eines Sportvereins ist nicht an irgendeiner Zahl zu erkennen. Ob ein Verein zur Handelsklasse 1A mit Frischesiegel gehört oder zur Ramschware mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum, das bemisst sich danach, ob und inwieweit unter seinen Mitgliedern und bei seinen Veranstaltungen Freude herrscht statt Missmut, Geselligkeit statt Distanz, Einigkeit statt Cliquenwirtschaft, Fairness statt Rücksichtslosigkeit, Toleranz statt Eigensinn, Kompromissbereitschaft statt Sturheit, Einsatzwille statt Nullbockmentalität, Mut statt Verzagtheit, Ideenreichtum statt Schema F, Kampfgeist ohne Fanatismus, Begeisterung ohne Ausflippen, Stolz ohne Angeberei.
An solchem Maßstab gemessen, waren die Jahre von 1970 bis 1980 im TSV Doppeleiche Viöl keine goldenen 70er, aber auch keine Hungerjahre. Sie waren ein Spiegelbild der Unberechenbarkeit des Sports. Wer heute im Scheinwerferlicht des Siegers steht, trägt morgen schon die Laterne des Letzten. Sieger und Besiegte sind jederzeit austauschbar. Gewinnen kann jeder, verlieren aber will gelernt sein.
Ich komme zum Schluss auf jenen anfangs erwähnten 27. August 1967 zurück, auf das Pokalturnier des TSV Doppeleiche, auf die Sommerhitze am Tage und die Kornbowle am Abend. Wir tranken. Und damals habe ich zum erstenmal die Hymne des TSV Doppeleiche mitgesungen, die vor uns - voll Stolz als Sieger, voll Trutz als Besiegte - schon Generationen von TSVern sangen und die - so Gott will - nach uns noch Generationen von TSVern singen werden:´

 „Aber eins, aber eins,
das bleibt besteh'n:
Der Te-Es-Vau
wird niemals un-ter-geh'n!"

 

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