Die Jahre von 1989 bis 1998

(Verfasser. Klaus-Dieter Saß)

Das Jahr 1989 war für alle Deutschen ein ganz besonderes Jahr, denn am Abend des 09. Nov. wurden die Mauer in Berlin und die Grenze, die die Deutschen in der Bundesrepublik von den Deutschen in der DDR seit dem 13. Aug. 1961 getrennt hatten, geöffnet. Nach zügigen Verhandlungen der Politiker auf beiden Seiten der Grenze wurde unser seit 1945 (Kriegsende) getrenntes Vaterland dann am 03.10.1990 wieder zu einem Ganzen, nämlich der heutigen Bundesrepublik Deutschland, vereinigt. An diesem Geschehen nahm die ganze Welt interessiert Anteil.

Saß KaiserAls ich am 06.07.1989 von der Jahreshauptversammlung als Nachfolger von Dr. Harald Kaiser zum 1. Vorsitzenden des TSV Doppeleiche Viöl gewählt wurde, interessierte das nur die Vereinsmitglieder und einige wenige Menschen in Viöl und Umgebung. Ich übernahm von meinem Vorgänger ein gut bestelltes Feld, musste mir jedoch einige neue Vorstandskollegen suchen. Das hatte ich bereits vor dem 06.07. getan, denn ich hatte mich einige Monate vorher freiwillig für dieses Amt angeboten. Der ausscheidende 2. Vorsitzende Dietrich Pape wurde von Carl Carstensen „beerbt". Der seit Mai 1988 vakante Posten des Sportwarts wurde mit Heinrich Jensen besetzt. Mein Nachfolger als Jugendwart, wurde im August 1989 Edgar Pusch. Im Amt blieben Karin Schmidt als Schriftwartin (bereits seit 1986), Dieter Knettler als Geräte- und Platzwart (seit 1986) und Heino Deusen als Kassenwart (seit 1987). Von dem damaligen Vorstand sind heute Carl Carstensen, Karin Schmidt, Heino Deusen und ich immer noch Vorstandsmitglieder in den genannten Positionen. Dieter Knettler trat 1996 zugunsten von Peter Grimm, unserem heutigen Geräte- und Platzwart, zurück. Nachfolger von Edgar Pusch wurde 1994 Rolf Schadwald. Rolf trat 1996 zurück. Einen Nachfolger haben wir bis heute nicht gefunden. Karsten Jensen ist seit 1993 Sportwart und Nachfolger von Heinrich Jensen. Im Vorstand hatten und haben wir eine gute und harmonische Zusammenarbeit. Jährlich finden ca. 10 Vorstandssitzungen statt. Dort werden alle wichtigen Beschlüsse gefasst. In der Zwischenzeit treffe entweder ich alleine oder der geschäftsführende Vorstand (1.Vorsitzender, 2. Vorsitzender und Kassenwart) die Entscheidungen, die keinen Aufschub dulden. Wir machen unsere Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes ehrenamtlich, d.h. ohne jegliche Entschädigung, und wir machen sie gerne. Die wichtigste Arbeit im Sportverein aber leisten die Übungsleiter/innen. Sie sorgen für die Durchführung des Sportbetriebes und sind absolut unentbehrlich.

Von ihrem Können und von ihrer Menschenführung hängen Qualität und Erfolg ihrer Arbeit ab. Soweit es sich um Mannschaftssportarten handelt, sind zur Koordinierung Obleute eingesetzt. Das gilt insbesondere für die Bereiche Handball und Fußball. Die Obleute firmieren im Verein unter der Bezeichnung „Spartenleiter", wobei manche von ihnen gleichzeitig Übungsleiter/in sind. Die Sparten- und Übungsleiter sind zusätzlich auf Helfer angewiesen. Die Hilfe finden sie in den Betreuern/Betreuerinnen sowie in einer Vielzahl von jederzeit hilfsbereiten Eltern. Der besondere Dank des Vorstandes gilt allen Übungsleiterinnen und Übungsleitern, allen Spartenleiterinnen und Spartenleitern, allen Betreuerinnen und Betreuern, allen Helferinnen und Helfern und allen Eltern für ihr Engagement. Der Vorstand ist sich seiner Verpflichtung bewusst, als vorrangige Aufgabe dafür zu sorgen, dass stets einsatzfreudige und fähige Übungsleiter/innen und Trainer/innen vorhanden sind und dass die für die Aufrechterhaltung des Sportbetriebes erforderlichen finanziellen Mittel bereitgestellt werden. Die Annahme des Angebotes eines Sportvereines wie dem unseren, der sich vorrangig als Breitensportverein sieht, ist nämlich in erster Linie von der Qualität der Übungsleiter/innen und Trainer/innen sowie von der Höhe der Mitgliedsbeiträge abhängig. Nur wenn diese beiden Voraussetzungen gegeben sind, werden sich immer wieder Menschen finden, die den Weg zum Sportverein finden und damit dessen große Bedeutung für den Einzelnen und die Allgemeinheit unterstreichen; dann kann auch das Angebot des Vereins durch Aufnahme neuer Sportarten erweitert werden.
Der derzeitige Vorstand ist zur Angebotserweiterung aber nur dann bereit, wenn dadurch bereits bestehende Sparten nicht gefährdet werden. Es gibt viele Modeerscheinungen, die in größeren Vereinen regelmäßig umgesetzt werden, weil dort die Voraussetzungen eher gegeben sind als bei einem ländlichen Breitensportverein. In Viöl haben wir in den letzten Jahren lediglich zwei Sportarten neu eingeführt, nämlich die Schwimmgymnastik für Senioren (1992) und die Jazz-Gymnastik (1996). Als ich im Sommer 1989 Vorsitzender wurde, stellte ich fest, dass der Kindertanz sowie der Jazz-Tanz, die rhythmische Sportgymnastik sowie das Haltungsturnen für Kinder und Jugendliche nur sehr gering in Anspruch genommen wurden. In einer Werbekampagne versuchten wir, mehr Interessenten zu finden, was jedoch nicht gelang. Deshalb wurden die vier genannten Sportarten aus dem Angebot gestrichen. 1997 hatten wir zusammen mit der Amtsvolkshochschule Viöl geplant, eine Herzsportgruppe zu gründen. Das Vorhaben scheiterte letztlich daran, dass die einzig mögliche Hallenzeit der angeworbenen Übungsleiterin nicht passte. So wurde die Herzsportgruppe im Herbst 1997 beim Nachbarverein SZ Ohrstedt installiert. Natürlich freuen wir uns darüber, denn für uns war es nicht so wichtig, wo, sondern dass diese Sparte irgendwo im Amt Viöl eingerichtet wurde. Das derzeitige Sportangebot des TSV Doppeleiche Viöl ist recht umfangreich und in diesem Heft abgedruckt. Weitere Einzelheiten zu den einzelnen Sparten entnehmen Sie, liebe Leser/innen, bitte den Spartenberichten in dieser Festschrift.
Die Aufrechterhaltung eines attraktiven Sportangebotes, die ständig steigenden Kosten und der Rückzug der „öffentlichen Hände" aus der Sportförderung haben es erforderlich gemacht, zum 01.04.1994 und 01.04.1997 die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Betrugen sie bei meiner Amtsübernahme für Familien noch 12,- DM, Erwachsene 7,- DM und Kinder/Jugendliche 3,50 DM pro Monat, so liegen sie jetzt bei 18,- DM für Familien, 11,- DM für Erwachsene und 6,- DM für Kinder/Jugendliche. In beiden Fällen haben die Mitglieder in den Jahreshauptversammlungen die Beitragserhöhungen mit übergroßer Mehrheit beschlossen. Die Mitgliederzahl des Vereins betrug Anfang 1989 ca. 660, heute sind es ca. 200 mehr. Aufgrund der regen Bautätigkeit in Viöl und in den umliegenden Gemeinden rechnet der Vorstand für die Zukunft mit einem weiteren Anstieg der Mitgliederzahl.
Alle Vereine üben in ihrem jeweiligen Einzugsbereich eine wichtige soziale und gesellschaftspolitische Aufgabe aus. Unser Sportverein bietet sowohl den Jugendlichen als auch den Erwachsenen eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung und der Gesunderhaltung, er schafft Möglichkeiten der Kommunikation und erleichtert Neubürgern durch die gemeinsame Ausübung des Sports die Integration in ihr neues Umfeld.
Der Vereinsvorstand ist der Gemeinde Viöl, die den Verein seit Jahrzehnten in großzügiger Weise ideell und finanziell unterstützt und uns sowohl den Muschen-Sportplatz, die Gymnastikhalle bei der Schule und einen Teil des Sportlerheimes in Muschen kostenlos zur Verfügung stellt, sehr dankbar. Wir danken dem Bürgermeister und der ganzen Gemeindevertretung, bei denen wir für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr finden. Wir danken den Gemeinden Bondelum, Norstedt und Sollwitt, in denen viele unserer Mitglieder zu Hause sind, für die regelmäßige finanzielle Unterstützung und die dadurch zum Ausdruck gebrachte Anerkennung unserer Arbeit. Ganz besonders danken wir auch dem Schulverband Viöl mit seinen Mitgliedsgemeinden für die kostenlose Überlassung des Schulsportplatzes und der Schulsporthalle mit allen Geräten für unseren Sportbetrieb. In einer Zeit, da mangels immer knapper werdender Finanzen zunehmend von Sportvereinen Hallen- und Platzmieten verlangt werden, ist die kostenlose Bereitstellung der Sportanlagen in Viöl durch die Gemeinde bzw. den Schulverband nicht selbstverständlich. Wenn es wegen des Sportbetriebes gelegentlich zu Problemen zwischen Schule und Verein kommt, dann tut es uns leid, und wir bemühen uns auch um Abstellung. Wir bitten um Verständnis, wenn nicht immer alles ganz reibungslos abläuft, und wir bitten um eine großzügige Handhabung der Hallen- und Platzordnung. Eine zu restriktive Handhabung überfordert das Ehrenamt und kann dazu führen, dass unsere Ehrenamtler die Freude an ihrer so wichtigen Arbeit verlieren und die Lust dem Frust weicht. Damit wäre Niemandem gedient.
Der Vereinsvorstand bemüht sich seit einigen Jahren (zum Teil gemeinsam mit den Nachbarvereinen) um die Schaffung weiterer Hallenzeiten (durch Neu-, Um- bzw. Erweiterungsbauten) und den Neubau eines zusätzlichen Vereinssportplatzes mit leichtathletischen Anlagen (dazu gehört auch eine 400-m-Umlaufbahn) in Muschen. Alle diesbezüglichen Bemühungen sind trotz guten Willens aller Beteiligten aufgrund der knappen Finanzmittel fehlgeschlagen. Wir müssen das leider zur Kenntnis nehmen. Unser Ziel werden wir jedoch nicht aus den Augen verlieren und, wenn unser 75jähriges Vereinsjubiläum „verdaut ist", wieder ins Gespräch bringen. Wir haben Verständnis dafür, dass aufgrund steigender Einwohnerzahlen in Viöl und Umgebung als notwendige Maßnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur zunächst Kindergarten, Schule und andere Einrichtungen erweitert werden mussten bzw. noch erweitert werden müssen, möchten jedoch gleichzeitig betonen, dass dann auch im sportlichen Bereich gehandelt werden muss, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Viele Sponsoren fördern den Gesamtverein bzw. gezielt einzelne Sparten durch finanzielle Zuweisungen oder Sachzuwendungen (Trikots, Trainingsanzüge, Aufgabe von Anzeigen in unserem Vereinsplakat usw.). Sicher hat der Aufdruck des Firmennamens auf Trikots und Trainingsanzügen oder die Aufgabe einer Anzeige auf unserem Vereinsplakat bzw. in dieser Festschrift einen nicht zu unterschätzenden Werbeeffekt und bringt manche Mark zusätzlich in die Firmenkasse. Die Werbung auf Trikots und Trainingsanzügen hat jedoch den höchsten Werbeeffekt, weil die Sportler und Sportlerinnen - besonders die Kinder/Jugendlichen - diese Kleidungsstücke nicht nur bei der Ausübung ihres Sports, sondern zu einem großen Teil auch in ihrer Freizeit tragen. Für den Verein bedeutet dieses Sponsoring, dass die Vereinskasse geschont wird, Beitragserhöhungen vermieden oder verzögert werden bzw. wir uns einige Extras leisten können, die sonst finanziell nicht machbar wären. Wir bedanken uns bei allen Sponsoren sehr herzlich für ihr bisher gezeigtes finanzielles Engagement zugunsten unseres Vereins und appellieren an sie, uns auch weiterhin in so großzügiger Weise zu unterstützen. Ich möchte mit einer einzigen Ausnahme keine Sponsoren namentlich nennen. Nennen möchte ich lediglich das Ehepaar Wiebke und Martin Krieg vom „Kinderheim Alte Schule Sollwitt". Ihre Unterstützung kommt weder durch Anzeigen noch durch Aufschriften auf Kleidungsstücken zum Ausdruck, es fließt kein Geld, es gibt keine Belege und es gibt auch keine Buchungen in den Kassenbüchern. Das Ehepaar Krieg stellt dem Verein schon seit 1989 bei Bedarf kostenlos einen seiner Kleinbusse zur Verfügung, um - meistens jugendliche - Sportler/innen (Handball, Fußball, Leichtathletik) an Wochenenden zu ihren auswärtigen Punkt-, Pokal- und Freundschaftsspielen bzw. zu Wettkämpfen zu fahren. Deshalb ein herzliches Extra-Dankeschön an Frau und Herrn Krieg.
Bis zu meinem Amtsantritt im Juli 1989 hatte der Verein drei Ehrenmitglieder und einen Ehrenvorsitzenden. 1958 waren Julius Burmeister und Heinrich Wichert zu Ehrenmitgliedern ernannt worden. Burmeister starb 1959. 1968 wurde Dr. Gerhard Krieger Ehrenvorsitzender. Er starb 1996. Erich Wobser war von 1985 bis zu seinem Tode 1993 Ehrenmitglied. In der Jahreshauptversammlung am 14.03.1991 wurde das letzte noch lebende Gründungsmitglied Albert Hansen (Drenges) zum Ehrenmitglied ernannt. Er starb 1995 im Alter von 92 Jahren. Dass Heinrich Wichert 1958 Ehrenmitglied des Vereins geworden war, war bei meinem Amtsantritt weder mir noch vielen Anderen bekannt. Auf ihn stieß ich erst 1996 im Zuge der Vorarbeiten für diese Festschrift. In der Arbeit von Irene Dieckhoff aus dem Jahre 1963 stand in einem Nebensatz lediglich, dass „Burmeister und Wichert 1958 zu Ehrenmitgliedern ernannt worden waren". Beim Studium alter Unterlagen fand ich dann noch einen Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 1958 und begab mich sodann auf die Suche nach dem vergessenen Ehrenmitglied Heinrich Wichert. Heinrich Wichert lebt seit fast 20 Jahren in Leuven bei Brüssel/Belgien. Ich habe ihn 1997 auf der Rückreise aus meinem Urlaub besucht und bin bei ihm sehr nett aufgenommen worden. Ich freue mich, dass Herr Wichert zu unserem 75jährigen Vereinsjubiläum im Mai 1998 nach 40jähriger Abwesenheit erstmals wieder nach Viöl kommen wird. Es wird für ihn sicherlich gleichermaßen interessant und bewegend sein, „sein Viöl" und manchen ehemaligen Sportkameraden nach so langer Zeit wiederzusehen. Er wird sich wundern, wie Viöl sich inzwischen verändert hat. Der Vorstand und mit ihm alle Mitglieder des Vereins heißen Herrn Wichert hiermit herzlich bei uns willkommen.
Zu unseren Nachbarvereinen TSV Haselund und Blau-Weiß Löwenstedt haben wir ein gutnachbarschaftliches Verhältnis. Haselund, Löwenstedt und Viöl bieten gemeinsam die Wirbelsäulen-Gymnastik an. Die „Trachtentanzgruppe Kirchspiel Viöl" ist seit 1984 eine gemeinsame Sparte des TSV Haselund und des TSV Doppeleiche Viöl.
Ich möchte mich jetzt zu dem sportlichen Geschehen in den Jahren von 1989 bis heute äußern, ohne dabei den Spartenleitern und ihren Spartenberichten zu sehr vorzugreifen. Deshalb werde ich mich auf einige wenige Aussagen beschränken.
Die Handballsparte, das „Rückgrat des Vereins", wie es in Protokollen aus den 60er Jahren heißt, hatte früher bis zu 11 und 1989 immerhin noch 9 Mannschaften (2 Männer, 2 Frauen, 5 Jugend). Von der einstmals so mitgliederstarken und erfolgreichen Sparte ist in der Saison 1997/98 nicht mehr viel übrig (2 Frauen- und 1 Jugendmannschaft). Der Männerhandball ist bereits zum Ende der Saison 1994/95 ganz zum Erliegen gekommen. Mit dem männlichen Nachwuchs tut sich die Sparte sehr schwer. Eine von mehreren Ursachen, aber wohl nicht die Hauptursache für diese bedauerliche Entwicklung liegt in der seit 1995 aufstrebenden Fußballsparte. Die Jungs und Männer spielen offenbar lieber Fußball. Diese Entwicklung war vorherzusehen, als 1976 dem Antrag einiger Fußballbegeisterter auf Gründung einer Fußballsparte im TSV vom damaligen Vorstand zugestimmt wurde. Man mag zu der damaligen Vorstandsentscheidung stehen wie man will - aber die Existenz dieser Sparte ist heute Fakt. Wie gut, dass die Frauen und Mädchen auch heute noch dem Handballsport frönen und das, was die Frauen I betrifft, mit großem Erfolg. Zur Zeit spielen sie in der Bezirksliga. Weil für das Training nicht genügend Hallenzeiten zur Verfügung stehen, trainieren die Frauen I ab Herbst 1997 neben dem wöchentlichen Training in der Viöler Halle zusätzlich einmal wöchentlich in der Sporthalle auf dem Fliegerhorst in Husum. Der Bund stellt uns die Halle kostenlos zur Verfügung. Dafür danken wir herzlich. Der Vorstand würde es sehr begrüßen, wenn der Handball in Viöl bald wieder zu seiner einstigen Größe finden würde. Vielleicht gelingt das auch, denn die bauliche Entwicklung in Viöl und in der Umgebung hält an. An den notwendigen Geldern soll es jedenfalls nicht scheitern; die wird der Vorstand schon beschaffen.
Die Fußballsparte feierte 1997 ihr 20jähriges Bestehen. Bis Ende der 80er Jahre leisteten die Aktiven und ihre Trainer sehr gute Arbeit. Mit dem so plötzlichen Ausscheiden der talentierten Jugendtrainer Volker Matthiesen und August Schilling im Jahre 1990 gab es einen Einbruch. Der Jugendfußball kam ganz zum Erliegen. Lediglich die Männer „hielten die Fahne aufrecht". 1995 warben Peter Grimm und Armin Grünberg zahlreiche Jungs für den Fußballsport an. Heute gibt es eine Männermannschaft, eine „Alte Herren"- und sechs Jugendmannschaften; Tendenz steigend.
Leichtathletiksparte:
Nachdem im Mai 1988 der damalige Sportwart Carl Liepert von seinem Amt zurückgetreten war, ging es mit der einstmals so starken und hervorragenden Leichtathletiksparte langsam bergab. Mit Mühe gelang es, 1991 gerade noch zwei Erwachsene und fünf Kinder/Jugendliche zur Ablegung der Sportabzeichenprüfung zu motivieren (1981 waren es noch 49 gewesen). Von der einstmals „starken Truppe" aus der Zeit des Vereinsvorsitzenden Klaus Schmidt (1972 - 1976) war nichts mehr übrig. Ab Mai 1992 ist die Sparte zu neuem Leben erwacht und hat sich wieder zu ihrer einstigen Größe entwickelt. Das verdankt der Verein dem Trainer Willi Brummund aus Löwenstedt, selber in früheren Zeiten (und auch heute noch) ein hervorragender Leichtathlet. 1995 war er zweifacher Senioren-Landesmeister (100 m und 200 m). Seit 1994 steht ihm als Co-Trainer Hans-Willi Wulff aus Spinkebüll zur Seite. Beiden Willi's hat es der Verein zu verdanken, dass die Viöler Leichtathleten nicht nur auf Kreisebene, sondern auch darüber hinaus einen hervorragenden Ruf genießen. Die Jungen und Mädchen des TSV Doppeleiche Viöl bringen viele Titel und Turnier-/Wettkampfsiege mit nach Hause. 1997 errangen sie allein 38 Kreismeistertitel. Die Zahl der abgenommenen Sportabzeichenprüfungen ist 1997 auf 33 gestiegen. 1996 fand mit 198 Teilnehmern der 1. „Haaks-Cross" auf dem Trimm-dich-Pfad in Norstedt statt (1997 = 218 Teilnehmer). Gemeinsame Veranstalter sind der TSV Doppeleiche Viöl und der SV Blau-Weiß Löwenstedt.
An der Entwicklung der Badminton-Sparte kann man gut erkennen, wie sehr der Erfolg von der Person des Übungsleiters abhängt. 1989/90 war sie unter der Leitung von Hans-Peter Thomsen in unserem Verein noch die Sparte mit dem schnellsten Wachstum und großartigen Erfolgen. Als Thomsen 1994 aus beruflichen Gründen wegging, gab es trotz guter Nachfolger einen starken Einbruch. Die Spielerzahlen gingen zurück. Die Hoffnung, dass es eines Tages wieder bergauf gehen wird, ist vorhanden und sicherlich nicht unbegründet.
Der Übungsleiterin Ingeburg Anhut aus Haselund gebührt Dank und Anerkennung dafür, dass es die Trachtengruppe Kirchspiel Viöl (in gemeinsamer Trägerschaft des TSV DE Viöl und des TSV Haselund) heute noch gibt. In der Jahreshauptversammlung am 31.03.1994 wurde Frau Anhut für die bis dahin schon 10jährige Leitung der Gruppe mit der silbernen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Ohne ihre Bereitschaft zur Leitung der Gruppe wäre es mit der 1950 gegründeten Trachtengruppe 1984 zu Ende gewesen. Erst 1996 ist es Frau Anhut gelungen, nach einer Amerika-Fahrt der Trachtengruppe diese personell auf 22 Mitglieder zu verstärken, so dass sich zur Zeit niemand um den Fortbestand dieser traditionsreichen Sparte sorgen muss.
Zu Faustball, Damengymnastik, „Aktiv ab 50" (Seniorensport), Kinderturnen, Konditionssport, Mutter- und Kindturnen, Jazz-Gymnastik, Wirbelsäulengymnastik und Tanz- und Gesellschaftskreis: Hier geht alles seinen gewohnten Gang. Überall haben wir fähige Übungsleiter/innen und fleißige Aktive, die ihren Sport mit Freude ausüben. Hier und da hat es Übungsleiterwechsel gegeben, wobei es manchmal Probleme hinsichtlich der Anwerbung von geeigneten Nachfolgern bzw. Nachfolgerinnen gab. So war es sehr schwierig, eine neue Übungsleiterin für das stark nachgefragte und sehr beliebte Mutter- und Kindturnen sowie das Kinderturnen zu finden, als im Juni 1990 Frauke Johannsen ihre Übungsleitertätigkeit nach 18 Jahren beendete. Frauke wurde, genau wie Otto Bruch (Schwimmlehrer von 1965 bis 1985), Dietrich Pape und Herbert Dethlefsen (beide weit über 30 Jahre im Handball aktiv, gleichzeitig ehrenamtliche Mitarbeiter als Handballobleute und in verschiedenen Vorstandsämtern) in der Jahreshauptversammlung am 14.03.1991 mit der goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Frau Johannsen hielt es jedoch nicht lange ohne den TSV aus. Bereits im März 1992 kehrte sie zurück und betreut seitdem und hoffentlich noch recht lange unsere Senioren-Gymnastik-Gruppe, die sich seit Anfang 1995 „Aktiv ab 50" nennt. Seit April 1992 leitet Frauke zusätzlich und ganzjährig die wöchentliche „Aktiv ab 50 - Schwimmgymnastik" im Husumer Hallenbad, eine Folge der 1991 eingestellten regelmäßigen spartenübergreifenden Busfahrten ins Hallenbad Husum mit Otto Bruch und Frauke Johannsen. Hier ließ die einstmals sehr gute Beteiligung (50 und mehr Personen) zum Schluss doch sehr nach (nur noch 10 Teilnehmer).

Schlussbemerkung

Vorstand 1998
 

Der Vorstand 1998
(v.l. Klaus-Dieter Saß, Heino Deusen, Karin Schmidt,
Carl Carstensen, Peter Grimm, Karsten Jensen)

Eigentlich wollte ich meinen Bericht über die letzten 10 Jahre des „TSV Doppeleiche Viöl e.V." kürzer fassen. Nun ist er aber doch recht lang geworden. Unser Sportverein hat in seinen 75 Lebensjahren Vieles mitgemacht, hat Höhen und Tiefen erlebt und sich nach seinem „Scheintod" im Jahre 1933 als wahrer Überlebungskünstler erwiesen, als er im Mai 1946 unter äußerst schwierigen Umständen zu neuem Leben erwachte und ungeahnte Kräfte entfaltete. Viele Menschen haben durch den Sport in unserem Verein Freude in großem Maße erlebt, Erfüllung gefunden, Kontakte hergestellt und Freundschaften geschlossen. Nicht nur die sportliche Betätigung, sondern auch die Geselligkeit und die Kameradschaft haben - vor allem in den ersten Nachkriegsjahren - die Menschen reichlich beschenkt und sie in ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft bestärkt. Ich wünsche dem „TSV Doppeleiche Viöl e.V." von ganzem Herzen, dass er immer in ausreichendem Maße fähige und engagierte Helferinnen und Helfer finden möge. Diese bilden das solide Fundament für eine erfolgreiche Fortsetzung des bisher Geleisteten. Ich wünsche dem Verein, dass ihm stets zu kostengünstigen Bedingungen die für einen guten Sportbetrieb erforderlichen Einrichtungen zur Verfügung stehen und dass sich die Politiker auf allen Ebenen immer der besonderen Bedeutung des Sports für den Einzelnen, die Gesellschaft und die kommenden Generationen bewusst bleiben und ihre Bereitschaft zur finanziellen Förderung des Sports nie erlahmen möge. Die passiven Mitglieder und die Sponsoren bitte ich herzlich, den Verein weiterhin finanziell zu unterstützen. Den Aktiven wünsche ich immer Freude und Erfüllung bei der Ausübung des Sports, ein harmonisches und geselliges Miteinander und immer eine gute Kameradschaft.
Ich habe meinen Entschluss, dem Verein und seinen Mitgliedern zu dienen und damit meine Freizeit zu einem nicht unwesentlichen Teil dafür einzusetzen, nie bereut - im Gegenteil: Diese Arbeit hat mir von Anfang an bis zum heutigen Tage immer viel Freude bereitet.

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